Vollversammlung am Mi 23.5.

Am Mittwoch Abend, den 23. Mai um 19 Uhr findet eine
Vollversammlung im New Yorck statt, um die Mietenaktionstage im April, die Mai-Steine-Kampagne vorm 1. Mai und die Diskussions- und Chaostage auszuwerten.
Außerdem soll an gemeinsamen Inhalten und Strategien gearbeitet werden.

Wir wollen mit den Ansätzen der Diskussions- und Chaostage weiterarbeiten und hoffen auf eine gemeinsame Auswertung aus unterschiedlichen Perspektiven.

Zur Anregung gibt es von uns eine grobe und natürlich nicht endgültige Bilanz der Tage

 

Vorläufige Bilanz des Rigaer Straßenplenums

Insgesamt haben wir die Tage als positiv wahrgenommen. Viele Teilnehmer_innen kamen aus anderen Städten und Ländern. Für Berlin waren die Tage möglicherweise unbedeutend, wenn man nicht deren Qualität sondern die Zahl der ortsansässigen Teilnehmer_innen betrachtet. Für viele von uns, auch die vielen jungen Teilnehmer_innen waren die Tage aber wichtig zur Vernetzung, zur Bildung und zur gegenseitigen Inspiration.

Die Veranstaltungen waren – politisch wie in der Gestaltung – sehr unterschiedlich und haben sich nur teilweise aufeinander bezogen. Der von der Presse erfundene Rahmen als Aktionstage vor dem Räumungsprozess der Kadterschmiede wurde stellenweise angenommen. Die Tage wurden aber keineswegs als Reaktion auf den Prozesstermin geplant. Die ursprüngliche Idee, geprägt von den Begriffen Gegenstadt, Chaos und Diskussion wurde mal hier mal da erfüllt. Einiges drehte sich um Stadtpolitik, diskutiert wurde am intensivsten zwischen den Veranstaltungen und Chaos wurde bei einigen Veranstaltungen überhaupt nicht umgesetzt, bei anderen Veranstaltungen zu Riots aber zumindest thematisch in den Fokus gerückt.

Kulturell hätte einiges mehr gehen können, um noch ein breiteres Publikum zu erreichen. Aktionistisch gab es außer dem Flohmarkt, der unangemeldeten Demo am Samstag, einer Sponti, der Blockierung der Frankfurter Allee, einer Zusendung mit einer Aktion gegen die Stadt der Reichen aus Hamburg und motiviertem Dorfplatzcornern nichts weiter. Wir dachten, dass sich mehr im niedrigschwelligen Bereich dezentral ereignen würde. Auch die Tatsache, dass vor den Tagen eine Razzienwelle, inklusive gegen den Veranstaltungsort Kalabal!k, stattfand, hätte das eigentlich fördern sollen. Der Flohmarkt an sich war nett, war aber von uns nachlässig vorbereitet, wobei die Aktionsform doch sehr erfolgversprechend bleibt. Die Demo wurde kurzfristig abgesagt, dann aber doch noch durchgeführt. Es war gut und wichtig, dass zumindest an die 200 Leute den Aufrufen zur Solidarität mit den Gefangenen eine Relevanz verschafft hat.

In der Umsetzung des angekündigten D.i.Y.-Konzeptes hat es ein bisschen gehapert. Fuer Kritik und Fragen sind wir offen und freuen uns, wenn das insbesondere in der VV oder anderweitig angesprochen wird. Gerade in der Woche vor den Tagen hat eine Dynamik eingesetzt, wo viele Leute aufgesprungen sind und aktiv am Gelingen mitgewirkt haben. Das war sehr schön und hat dazu beigetragen, dass wir ohne viel Stress eine schöne interessante gemeinsame Zeit hatten und gestärkt weitermachen können.

Wir haben uns vorgenommen, viele der Veranstaltungen auszuwerten und weiter zu diskutieren. Aktuell fragen wir uns, wie Andere die Diskussions- und Chaostage sehen und warum so viele Berliner_innen nicht gekommen sind. Außerdem, ob es Sinn macht, im gleichen Stil die verschiedenen Kämpfe besser zusammenzubringen und zu organisieren. Mit der Erfahrung der vielfältigen Diskussionen über die Veranstaltungen hinaus, ist die eine Idee, solche Tage bestenfalls jedes Jahr zu veranstalten. Weiter deutlich wahrnehmbar geworden ist das Beduerfnis nach Veranstaltungsuebergreifenden Diskussionen, das Hineintragen von Inhalten der einen Veranstaltung in den Kontext einer anderen Veranstaltung und daraus vielleicht resultierenden Aktionen. Die VV als Forum solcher berlinweiten perspektivischen und strategischen Diskussionen rückt so mehr in den Fokus. Und nach wie vor stellt sich die Frage, ob wir an einer revolutionäre Bewegung arbeiten wollen, ob wir an das Chaos und den Aufstand glauben, oder die Gesellschaft friedlich transformieren wollen und wenn ja wie.

Alle Richtungen waren bei den Diskussions- und Chaostagen vertreten und wir hoffen auf mehr Mitteilungs- und Diskussionsbedürfnis z.B. auf der Vollversammlung am kommenden Mittwoch im New Yorck