Update zu den Vorbereitungen

Schon sehr viele Menschen haben mittlerweile mitbekommen, dass es vom 10. bis 13. Mai die Diskussions- und Chaostage geben wird. Neben solidarischer Mobilisierung durch zwei Mobivideos, Texte, zwei offenen Versammlungen, Plakaten und Aufrufen gibt es jetzt auch schon Beiträge in den Mainstream-Medien dazu. Als kleiner Kreis aus der Vorbereitung versuchen wir im Folgenden für euch eine Zusammenfassung des Planungsstandes zu erstellen.

1. Mobilisierung

Es hängen schon in vielen Stadtteilen und Lokalitäten Plakate. Jetzt ist es an der Zeit, die letzten paar hundert Plakate rauszuhauen, um auch diejenigen zu mobilisieren, die keinen Anschluss an Strukturen haben. Wenn, dann gibt es noch Kontingente im Buchladen Schwarze Risse, im New Yorck, im Infoladen Daneben und in der Kadterschmiede.

Demnächst gibt es dort auch neue Flyer, die das vorläufige Programm enthalten. Beteiligt euch an der Verbreitung!

Wenn ihr könnt, verlinkt und versorgt den Blog, der alles sammelt, was im Zusammenhang mit den Tagen steht oder gar die Mobivideos:

https://gegenstadt.blackblogs.org

https://vimeo.com/261495156

https://vimeo.com/266330516

2. Kernprogramm

Das Programm hat sich in den letzten Wochen stark gefüllt. Es zeichnet sich ab, dass die Tage inhaltlich sehr breit werden. Es gibt sehr viele Veranstaltungen zu Themen, die das Leben in der Stadt betreffen. Vom Kiezspaziergang über den Aufbau kommunaler Strukturen bis hin zum internationalen Austausch mit anderen rebellischen Vierteln ist alles drin. Es geht aber auch um Perspektiven unseres Kampfes, der sich schwer in einzelne Themengebiete eingrenzen lässt. Riot und Aufstand werden sowohl in Veranstaltungen über unsere ältere wie jüngere Geschichte wie auch in einem die Sinne ansprechenden Medium behandelt werden. Repression, Knast und Solidarität kommen in einer Reihe von Veranstaltungen auch zur Sprache.

Einige praktische Veranstaltungen könnten auch die Theoriefeinde aus ihren Löchern holen, genauso wie das kulinarische Angebot, Buchlesungen, Kino, Open-Air und natürlich die angekündigten Aktionen – allen voran die unangemeldete Demo am 12. Mai in Neukölln. Die Message ist klar. Freiräume und Widerstand können nicht bei jenen erfragt und legitimiert werden, die die Unterdrückung steuern und für unzählige Gefangene, Morde und Leid verantwortlich sind. Das Konzept der unangemeldeten Demonstrationen hat an Popularität verloren. Spontis bleiben aus und im Umkehrschluss bewegen wir uns immer wieder mit den Bullen in einem kontrollierten Spalier/Kessel. Jene Handlungsfähigkeit, eine unangemeldete Demonstration zu machen, lebt von Solidarität und der Überzeugung jedes einzelnen, diese Aktionsform wiederzubeleben. Ihr könnt die Demo in verschiedenen Formen unterstützen. Kommt um 18°° Uhr zum Herrfurthplatz und werdet Teil einer unkontrollierten Menge oder macht euch Gedanken zu dezentralen Aktionen jeglicher Couleur und stiftet Chaos um diese Uhrzeit.

Link zur Demo dt.+engl.: https://de.indymedia.org/node/20343 & https://de.indymedia.org/node/19953

Am Donnerstag um 12 Uhr wird der Umsonstflohmarkt auf dem Dorfplatz (Rigaer / Liebig) in Fhain den Auftakt machen, sich die Straße zu nehmen. Das Konzept beinhaltet die Beteiligung von möglichst vielen Leuten, die etwas zu verschenken haben, was sie nicht mehr brauchen. 2015 gab es das schon mal zur Langen Woche der Rigaer Straße. Die Bullen haben damals die ganzen Stände abgeräumt, um ihre Position klar zumachen. Allein für die Bilder von Bullen, die einen Flohmarkt zerdeppern hat es sich gelohnt. Verzichten die Bullen dieses Mal darauf, machen wir uns einen nachbarschaftlichen und antikommerziellen Nachmittag auf unserer Straße.

Am Sonntag um 12 Uhr wird es in der Kadterschmiede einen Open Space für offenen Austausch und Perspektiven geben. Die Idee ist es, die Diskussionen der vorhergehenden Tage zusammen zu bringen. Eine Crew hat angeboten, einen Brunch dazu zu organisieren, freut sich aber auf jeden Fall noch über kulinarische Beiträge. Außerdem gibt es im Hof und Garten die Möglichkeit, Infotische aufzubauen.

2.1. Rahmenprogramm

Es hat sich ergeben, dass die Diskussions- und Chaostage eigentlich schon vor dem 10. Mai anfangen und nach dem 13. Mai weitergehen. Das ist unserer Meinung nach begrüßenswert. Guckt schon jetzt ins Programm auf gegenstadt.blackblogs.org. (Ein formuliertes Ziel der Diskussions- und Chaostage war es, Bezüge unter verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen herzustellen, die trotz unterschiedlicher Schwerpunkte einen gemeinsamen Kampf führen. Das findet statt und muss zur permanenten, grenzenlosen Praxis werden.) Auf der zweiten Vollversammlung zu den Tagen wurde außerdem beschlossen, am 23.05. um 19:00 in einer nächsten Versammlung das Geschehene zu reflektieren und Perspektiven zu diskutieren. Ort wird noch bekannt gegeben. https://de.indymedia.org/node/20323 (Link zum Protokoll der letzten VV)

3. Infopunkt

Es hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die im Infoladen Daneben in der Liebig34 in Fhain einen Infopunkt betreiben wird. Er wird jeden Tag ab 12 Uhr Früh geöffnet sein, um euch mit Informationen zu versorgen und Informationen zu sammeln. Dies funktioniert dann optimal, wenn Ihr auch den Infopunkt aktiv mit Informationen versorgt! Dazu gibt es auch ein Infotelefon, dessen Nummer noch bekannt gegeben wird.

Außerdem werden im Infopunkt das Programm und weitere Infos ausgelegt und auch zur Schlafplatzbörse gibt es einen kurzen Draht. Zu allem Überfluss gibt es noch Stullen und Kaffee.

4. Übersetzung: Mithilfe benötigt

Es wird versucht, so viele Veranstaltungen wie möglich simultan zu übersetzen. Dazu wäre es sinnvoll, wenn sich begabte Leute vorab für Veranstaltungen anmelden könnten oder sich generell zur Verfügung stellen. Meldet euch gerne beim Infopunkt oder so bald wie möglich bei rigaerstrasse@riseup.net.

5. Essen/Trinken

Es wird bis jetzt jeden Tag mindestens eine warme Mahlzeit im Rahmen einer Küfa im Friedrichshainer Nordkiez geben. Auch für Getränke ist gesorgt. Nutzt das Angebot und Spendet für politische Zwecke! Um diese Infrastruktur noch belastbarer zu machen wäre es schön, wenn sich noch Menschen dazu entschließen könnten, etwas auf die Beine zu stellen.

6. Schlafplätze

Es gibt eine Schlafplatzbörse, wo bereits jetzt Schlafplätze von Donnerstag bis Sonntag zur Verfügung stehen. Wenn ihr braucht oder habt, dann meldet euch unter sleepingchaos@riseup.net oder ab dem 10. Mai beim Infopunkt im Infoladen Daneben.

Soweit von uns. Das Update ist sicherlich nicht allumfassend, doch vielleicht lässt sich jetzt langsam erahnen, was die Diskussions- und Chaostage bringen werden. Vielleicht verspüren auch noch ein paar mehr Leute den Drang, sich aktiv zu beteiligen. Es ist nie zu spät, aktiv zu werden und auch nach den Tagen wird es nötig sein, aktiv die Kämpfe zusammenzubringen. Am 14. Mai ist die Verhandlung über die Räumung der Kadterschmiede und Potse/Drugstore und die Liebig34 sowie die Meuterei befinden sich im Verteidigungskampf. Es ist außerdem eine neue Besetzungsoffensive angekündigt worden, die auf Unterstützung setzt. Hier findet ihr Infos: https://besetzen.noblogs.org/

Mit diesen lokalen Kämpfen um die Befreiung von Räumen schaffen wir die Basis für Organisierung und offensives Handeln.

 

Wir sehen uns auf der Straße!